Welcome

Internationale Koproduktion mit dem Homemade Dance Theater aus Tel Aviv

Nach der Bilderbuchvorlage „Türen und wohin sie (vielleicht) führen“ der Augsburger Kunstförderpreisträgerin Nad Otterbach entsteht aktuell ein mehrsprachiges Theaterstück mit viel Bewegung, das Kinder ab 6 Jahren für Diversität und demokratisches Handeln im Alltag stark machen soll.

Eindrücke aus der Arbeitsphase in Augsburg im Oktober 2025
Fotos: Frauke Wichmann


Probeneinblick

„Welcome – wollen wir die Tür wirklich aufmachen?”

Was heißt es für freie Theater, ein Kinderstück gemeinschaftlich zu produzieren? Und wie kann dies in der aktuellen politischen Lage gelingen – wenn der internationale Partner aus Israel kommt?

Im Rahmen des Friedensfestes 2026 spricht das interdisziplinäre Team von Künstler*innen aus Deutschland, Israel und Syrien über seine Motivation, Arbeitsweise und die Herausforderungen im künstlerischen, organisatorischen und politischen Kontext.


Mi., 05.08., 19 Uhr – Probeneinblick und Publikumsgespräch (16+)

(Anders als das spätere Stück richtet sich diese Veranstaltung an Erwachsene. Das Publikumsgespräch wird in Englisch geführt.)

Eine Veranstaltung im Rahmen des Kulturprogramms
zum
Augsburger Friedensfest 2026


Hintergründe zur Koproduktion

Ein neues Stück auf die Bühne zu bringen – das braucht Zeit, besonders wenn es sich dabei um eine internationale Koproduktion handelt. Seit Sommer 2023 stehen wir mit dem Homemade Dance Theater (Tozeret Bait) aus Tel Aviv, Israel, in Kontakt und wollen gemeinsam ein neues Kinderstück entwickeln. Alle Beteiligten verbindet das Ziel, Kindern im Theater demokratische Grundwerte vorzuleben – unabhängig von den vergangenen und gegenwärtigen Machtverhältnissen in Deutschland und Israel.

v.l.n.r. Yoav Bartel, Abigail Rubin (Homemade Dance Theater) und Susanne Reng (Junges Theater Augsburg) am Strand in Tel Aviv, im April 2025

Susanne Reng, Künstlerische Leiterin unseres Hauses, durfte im Juni 2023 Abigail Rubin und Yoav Bartel, die gemeinsam das Homemade Dance Theater leiten, kennenlernen. Alle drei nahmen bei einem Format des Deutsch-Israelischen Zukunftsforums teil, mit dem Ziel, dass sich deutsche und israelische Kulturinstitutionen (abseits diplomatischer Bemühungen) austauschen und neue Partnerschaften aufbauen. Schon beim ersten Treffen wurden viele Gemeinsamkeiten unter den drei Regisseur*innen sichtbar: Beide Häuser spielen für junges Publikum, versuchen ihre Ensembles divers aufzustellen und arbeiten stetig zum Thema Demokratiebildung. Nach intensiven Gesprächen wurde schon kurz darauf die Idee geboren, ein Kindertheaterstück auf Hebräisch und Deutsch zu entwickeln und dieses dann in Tel Aviv und Augsburg zu zeigen.

v.l.n.r. Abigail Rubin, Ramo Ali und Yoav Bartel bei ersten Improvisationen

Den Ausgangspunkt für die gemeinsame Arbeit bildete die Frage, was sie als Künstler*innen beisteuern können, um demokratische Grundwerte zu festigen und Kinder für eine demokratische pluralistische Gesellschaft zu sensibilisieren. Konkret: Wie können wir Demokratie leben – mit allen Menschen, auf freundschaftlicher Basis und frei von Vorurteilen?

Als Jurorin für den Augsburger Kunstförderpreis lernte Susanne Reng die junge Autorin und Malerin Nad Otterbach kennen – und ihr Bilderbuch „Türen und wohin sie (vielleicht) führen“. Das Buch traf für alle Beteiligten einen wesentlichen Punkt: Sind wir weiterhin bereit, die Türen in unsere Herzen und die Türen in unsere Wohnungen und in unsere Länder zu öffnen? So wurde das Buch kurzerhand zum wichtigen Impuls für das Theaterstück.

Aus dem Bilderbuch „Türen und wohin sie (vielleicht) führen“ von Nad Otterbach

Nach unzähligen Video-Calls und gegenseitigen Arbeitsbesuchen folgen nun mehrere Probenblöcke und dann im Februar 2027 hoffentlich die Premiere in Augsburg. Später soll das Stück dann auch in Tel Aviv zu sehen sein.

Das internationale und interdisziplinäre Team setzt sich aus dem dreiköpfigen Leitungsteam, einem Komponisten, einem Kostümdesigner und einer Bühnenbildnerin zusammen. Mit vier Performer*innen, davon je zwei in Israel bzw. Deutschland lebend, wird ausgehend von Improvisation und Recherche das Stück erarbeitet.

Kernteam der Koproduktion bei einem Online-Call im Juli 2025, Screenshot von Lisa Bühler

Das Stück soll grundsätzlich zweisprachig entstehen und gespielt werden (Deutsch und Hebräisch). Dabei werden neue Möglichkeiten erforscht, scheinbare Sprachbarrieren zu überwinden und Vielsprachigkeit als künstlerische Ressource wertzuschätzen. Das Team will hier ausdrücklich kein Stück über kriegerische Konflikte und ihre Auswirkungen oder ihre Ursachen entwickeln, sondern ein empowerndes Stück für Diversität und zum demokratischen Handeln im Alltagskontext.


Ausblick

Im August 2026 laden wir erwachsenes Publikum zu einer Werkschau im Rahmen des Friedensfestes ein.

  • Mi., 05.08., 19 Uhr – Probeneinblick und Publikumsgespräch (16+)

Nach weiteren Proben im Herbst soll das Stück anschließend sowohl in Augsburg als auch in Tel Aviv gezeigt werden. Wir planen derzeit mit folgenden Terminen:

  • Premiere am So., 21.02.2027 in Augsburg
    anschließend weitere Vorstellungen


Spielort in Augsburg
Bühne des Jungen Theaters Augsburg im Kulturhaus Abraxas, Sommestraße 30, 86156 Augsburg
Der Theaterraum ist mit dem Rollstuhl erreichbar.
Parkplätze sind nur begrenzt vorhanden, bitte kommen Sie nach Möglichkeit mit dem ÖPNV:

  • Straßenbahn Linie 2, Haltestelle St. Thaddäus

  • Bus Linie 35, Haltestelle Kulturhaus Abraxas


Regie: Susanne Reng, Yoav Bartel
Choreografie: Abigail Rubin
Spiel: Ramo Ali, Itzik Lilach, Abigail Rubin, Julia Keren Turbahn
Musik: Igal Myrtenbaum
Bühne: Franziska Boos
Kostüme: Maor Zabar
Produktion: Lisa Bühler
Assistenz: Annalisa „AJ“ Hartz, Lutz Reng

Buchvorlage: „Türen und wohin sie (vielleicht) führen“ von Nad Otterbach


In Kooperation mit:

 

Gefördert von:

 

Das Junge Theater Augsburg wird institutionell vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, von der Stadt Augsburg und vom Bezirk Schwaben gefördert.